12 idiotensichere Anzeichen einer Lüge

Es gibt Leute, die sind einfach verdammt gut darin, uns anzulügen. So gut, dass wir es kaum für möglich halten, deren Lügen zu erkennen. Körpersprache-Experten vertreten nun aber die Meinung, dass es uns auch bei diesen Leuten möglich ist, Wahrheit und Lüge zu unterscheiden.

Zu diesen Experten gehört auch Pamela Meyer. Sie hat ein Buch zum Thema geschrieben: Wie man jede Lüge erkennt. Im heutigen Artikel erfahrt ihr einige ihrer Tipps.

Schon bei „Gelegenheits-Lügnern“ fällt es uns schwer, die Wahrheit zu erkennen. Gemäß Meyer schaffen wir das gerade einmal in rund 50% der Fälle. Da können wir eben so gut gleich eine Münze werfen. Doch mit einigen Tipps und etwas Übung können wir diese Quote deutlich steigern. Uns wird es dann in Zukunft leichter fällen, Täuschung und Lügen sofort zu erkennen.

So entmutigend es für euch sein kann, auf alle möglichen Anzeichen einer Lüge zu achten – Mimik, Gestik, Stimme -, versetzt euch mal in die Lage des Lügners. Für ihn ist die Sache noch viel schwieriger! Um eine Lüge überzeugend rüberzubringen muss man alle Details der eigenen – erfundenen – Geschichte stets im Kopf haben. Dann muss man seine Geschichte noch mit einer passenden und überzeugenden Körpersprache erzählen und dies alles mit der ständigen Angst, erwischt zu werden.

Eine Lüge zu erzählen ist so schwierig und braucht so viele Ressourcen, dass es kaum ein Mensch schafft, dabei keine Fehler zu machen. Und auf eben diese Fehler, die manchmal winzig klein sind, müssen wir achten:

1. Schaut auf Symmetrie in Körper und Gesicht
Wer die Wahrheit sagt, legt meistens eine symmetrische Körpersprache an den Tag. Sobald sich nur eine Schulter hebt (begleitet von einem „ich weiß es nicht“), sollte dies unsere Aufmerksamkeit erregen. Das Gleiche gilt auch für das Gesicht. Gesichtsausdrücke sind grundsätzlich symmetrisch. Wenn dies nicht der Fall ist, müssen wir aufpassen.

2. Die Augen sind das Fenster zur Seele
Im Artikel 5 Mythen in der Deutung der Körpersprache erwähnte ich es bereits: Es ist ein Mythos, dass Lügner uns weniger oft in die Augen schauen. Eher das Gegenteil ist der Fall!

3. Wortwörtliches Wiederholen
Ab und zu kommt es vor, dass ein Lügner eine ihm gestellte Frage wortwörtlich wiederholt, statt sie zu beantworten. Beispiel: Ich frage ihn: „Paul, hast du das Auto gestern in die Garage gebracht?“. Und dann antwortet er mir: „Habe ich das Auto gestern in die Garage gebracht? Ja klar habe ich das!“. Nach dieser Antwort weiß ich, dass er es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht getan hat. Eine Frage wörtlich zu wiederholen ist eine verbreitete Verzögerungstaktik von Lügnern, die sich damit zusätzliche Zeit für das Suchen einer geeigneten Antwort verschaffen wollen. Es kann durchaus mal vorkommen, dass man Teile einer Frage auch in der Antwort verwendet. Dies ist noch kein Anzeichen für eine Lüge. Sobald aber die Frage wortwörtlich wiederholt wird, müssen wir aufmerksam werden. In eine ähnliche Richtung geht es, wenn jemand auf unsere Frage mit einem „Wie bitte?“ oder „Entschuldigung, ich habe deine Frage nicht verstanden“ reagiert, obwohl wir uns absolut sicher sind, dass er sie sehr wohl verstanden hat. Dies ist bloß eine Verzögerungstaktik, um länger nach einer glaubhaft klingenden Antwort zu suchen.

4. Was meinst du damit?
Hier folgt noch eine weitere Verzögerungstaktik: Um sich Zeit zu verschaffen, kann man eine Frage auch mit einem „Was meinst du damit?“ beantworten. Beispiel: „Hast du deine Hausaufgaben gestern gemacht?“ „Welche Hausaufgaben meinst du?“ „Ich spreche von deinen Mathe-Aufgaben.“ „Ach so! Ja klar, die habe ich gemacht.“ Als Elternteil sollte man sich hier die Mathe-Aufgaben vielleicht mal zeigen lassen…

5. Chronologisch logisch richtig
Eine Lüge zu fabrizieren ist so schwierig, dass Lügner sie meistens möglichst chronologisch erzählen. Alles der Reihe nach. Doch wenn wir die Wahrheit erzählen, kommt es sehr selten vor, dass wir die Dinge der Reihe nach erzählen. Viel eher erzählen wir sie so, wie wir sie in Erinnerung haben, was automatisch dazu führt, dass wir den emotionalsten, wichtigsten oder bewegendsten Teil gleich zu Beginn erzählen und dann erst die ganze Vor- und Nachgeschichte.

6. Lange Einführung
Zusätzlich zur Chronologie fällt bei Lügnern auch noch auf, dass sie bei der Einführung zu ihrer Geschichte sehr viele Details erzählen, bei der Haupthandlung hingegen eher spärlich mit Details umgehen und möglichst rasch zum Schluss kommen wollen. Der israelische Wissenschaftler Avinoam Sapir fand genau dies heraus.

7. Beschönigungen und Milderungen
Lügner lieben es, Dinge, in die sie verwickelt sind, herunterzuspielen. Wenn ihr jemanden fragt: „Hast du die Geldbörse gestohlen?“ und er antwortet: „Nein, ich habe die Geldbörse nicht genommen“, dann müsst ihr vorsichtig sein. Hier könnte es sich um eine Lüge handeln, genau so, wie bei anderen Beschönigungen auch. Warum sonst hätte er das Bedürfnis, die Tat herunterzuspielen?

8. Auch Lügner haben Gefühle
Auch noch so geübte Lügner, die genau wissen, auf was sie in ihrer Körpersprache achten müssen, machen mal Fehler. Ein Fehler besteht darin, dass ihre Gesichtsmimik bei einer unbequemen Frage Verachtung zeigt, der andere häufige Fehler besteht darin, dass sie ganz kurz und fast nicht sichtbar Freude zeigen, wenn sie realisieren, dass ihr die Lüge geglaubt habt.

9. Schaut auf das Kinn
Meyer hat herausgefunden: Wenn jemand die Gefühle „Trauer“ oder „Wut“ vortäuschen möchte, bewegt er dafür unter anderem auch das Kinn. Dabei wird das Kinn bei tatsächlicher Trauer oder Wut so gut wie nie benutzt! Deshalb: Achtet auf das Kinn; und wenn es sich bewegt, fragt euch, ob und wieso die Person euch eventuell anlügt.

10. Ich verstecke mich hinter dem Salzstreuer
Lügner können dazu tendieren, sich verstecken zu wollen oder Barrieren zu ihrem Gegenüber aufzubauen. Bei einem Geschäftsessen im Restaurant kann dies zum Beispiel dadurch geschehen, dass eine unehrliche Person zwischen sich und dir eine Barriere aufbaut. Nicht allzu auffällig natürlich, sondern eher subtil, indem vielleicht der Salz- und Pfefferstreuer oder andere Gegenstände nach ihrer Benutzung nicht wieder an den ursprünglichen Ort sondern zwischen euch aufgestellt werden.

11. Vermeidung von Pronomen
Pronomen sind Wörter wie ich, mein, unsere, etc. In einem normalen Gespräch verwenden wir häufig Pronomen. In einer Lüge hingegen ist dies viel seltener der Fall. So kann ein von seiner Ehefrau zur Rede gestellter Lügner zum Beispiel sagen: „Man betrügt seine Ehefrau nicht“ anstatt „Ich betrüge dich nicht“.

12. Sich absichern
Lügner versuchen manchmal, sich für den Fall, dass ihre Geschichte auffliegt, abzusichern. In ihrer Antwort bauen sie dann einen Ausweg ein, so dass sie sich im schlimmsten Fall noch irgendwie aus der Sache herausreden können. Solche Schlupflöcher sind zum Beispiel: „So weit ich mich erinnere…“, „Wenn man richtig darüber nachdenkt…“ oder „Wenn ich mich nicht täusche…“. Achtung: Solche Aussagen können durchaus auch bei ehrlichen Menschen vorkommen. Sobald sich diese Sätze aber häufen, ist Vorsicht geboten.

 

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